🌺Schlafmohn Pflanze und ihre heilende Wirkung

 🌺Schlafmohn Pflanze

 

Schlafmohn (Papaver somniferum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mohn in der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und zählt zu den ältesten Heilpflanzen. 

 


Der Samen kann als Nahrungsmittel sowie zur Ölgewinnung verwendet werden. Alle Teile des Schlafmohns enthalten Morphium und andere Alkaloide, in hoher Konzentration vor allem der Milchsaft, der in einem dichten Netz von Milchröhren die ganze Pflanze und insbesondere das Perikarp der Kapselfrucht durchzieht. 

 

 

Dieser aus unreifen, eingeritzten Kapseln entrinnende Saft kann geerntet werden und bildet in getrockneter Form das Betäubungsmittel Opium. Der Name Opium stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Säftchen“.

                                                  Opiumkügelchen
 

Das Artepitheton somniferum leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet Schlaf bringend. Es verweist auf die Verwendung als Schlafmittel für Kinder in der griechischen Antike. 

 


Es existieren zahlreiche Zuchtsorten, die sich unter anderem durch Gehalt und Zusammensetzung der Alkaloide unterscheiden.

                         Diente u. a. zur Aufbewahrung von Opiumpaste in Zypern


Der Schlafmohn ist eine einjährige und aufrechte krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 cm bis 1,5 m erreicht. Der runde, überlaufende Stängel ist selten verzweigt. 

 

Es wird eine Pfahlwurzel gebildet.
Die ölhaltigen, angenehm und nussig duftenden Samen des Schlafmohns werden als Lebensmittel vor allem für Süßspeisen, Gebäck oder damit bestreute Brötchen verwendet: Mohnkuchen, Mohnstrudel, Mohnpielen, Mohnzelten, Germknödel oder Mohnbrötchen, Mohnstangen und ähnliches. 

 


Daneben werden die Mohnsaaten auch als Gewürz und dank eines Fettgehalts von 40–50 % auch zur Gewinnung von Öl genutzt, als kaltgepresstes Speiseöl oder für kosmetische Zwecke (z. B. Hautcremes und Seifenherstellung). 


Ferner wird Mohn als Futtermittel sowie in der Pharmazie genutzt.
Weitere Produkte des Schlafmohns sind die in dem weißen Milchsaft enthaltenen Alkaloide. 

 

 

Zu den wichtigsten der insgesamt 40 Alkaloide zählen Morphin, Codein, Papaverin, Noscapin (= Narkotin), Thebain und Narcein. Morphin, Codein und Thebain sind Morphinanderivate.  

 

 

Narkotin, Papaverin und Narcein dagegen sind Benzylisochinolinalkaloide. Ein großer Teil liegt als Salz mit der Mekonsäure gebunden vor (sogenannte Mekonate). 

 


Das Heroin wird synthetisch aus dem Mohn-Inhaltsstoff Morphin hergestellt, ist aber selbst nicht im Mohn enthalten.

 
Es sind weiße, graue und blaue bis blauschwarze Mohnsaaten erhältlich. Die weißen Sorten stammen zumeist aus Indien, eine bekannte graue Sorte ist der Waldviertler Graumohn, die in Deutschland gehandelten blauen Sorten stammen zumeist aus der Türkei, aus Tschechien, Ungarn und Australien. 

 

Jährlich werden in Deutschland rund 8000 Tonnen Mohnsaat verarbeitet. Zur Samengewinnung wird ausschließlich Schlafmohn verwendet, denn andere Arten der Gattung Papaver gelten als wenig ergiebig oder unbekömmlich. Gemahlener Mohn wird als Backmohn vermarktet.

 

 
Schlafmohn wird seit dem Altertum unter anderem zur Schmerzlinderung verwendet. Im System der mittelalterlichen Humoralpathologie galt der natürlich auch als Schlafmittel genutzte Schlafmohn (gemäß Konstantin von Afrika) als kalt und trocken im vierten Grade.

 

 

Verwendung fanden Blätter (etwa als Zutat eines Bilsenkrautöls oder der Pappelsalbe Populeum), Kapseln und Samen. Im Mittelalter wurde das aus Mohn gewonnene Opium auch als Bestandteil von sogenannten Schlafschwämmen zur Narkose bei chirurgischen Operationen benutzt.

 
Morphin wird zur Schmerzbekämpfung bei starken Schmerzen, wie bei Tumoren, sowie bei chronischen Schmerzen verschiedenen Ursprungs eingesetzt, aber auch als Rauschdroge missbraucht. Morphin kann psychisch und physisch abhängig machen.

 


Bei Überdosierung von Morphin setzt der Tod (Letale Dosis) durch Atemdepression ein. Codein besitzt nur ein Sechstel bis ein Zwölftel der analgetischen Wirksamkeit von Morphin und wird als Antitussivum bei starkem Reizhusten verwendet. 

 

 

Noscapin und Narcein sind nicht schmerzstillend und besitzen, wie Codein eine antitussive Wirkung, die aber schwächer ist. 

 


Weiter sind Noscapin und Narcein im Gegensatz zu Morphin schwach atemanregend und bronchodilatatorisch. Papaverin wird angewendet bei Krämpfen des Magens, der Gallenblase, des Darms und der Harnwege und auch bei Nierenkoliken.  

 

Opiumtinktur wurde früher oft sowohl bei Magen-Darm-Krämpfen, Durchfall als auch bei seelischen Leiden verschrieben, wegen der suchterzeugenden Wirkung heute jedoch kaum noch. Die enthaltenen Benzylisochinolinalkaloide (z. B. Papaverin) können auch als Spasmolytikum eingesetzt werden.

 


 

 

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