🙏 Klostermedizin- Alte Schätze neu entdeckt🌲
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Die Geschichte der Klosterheilkunde geht auf das frühe Mittelalter zurück. Das traditionelle Wissen ist ein Segen für unsere heutige Gesundheit.
Das älteste Arzneibuch stammt aus dem Jahr 512.
Es war ein Geschenk an die Tochter des Kaisers“ Flavius Avicius Olybrius"
Aber
schon im 16. vorchristlichen Jahrhundert gab es einen ägyptischen
Papyrus mit etwa 700 tierischen und pflanzlichen Wirkstoffen.
Die antiken Griechen lernten von den Ägyptern, dass Knoblauch und Zwiebeln eine antibakterielle Wirkung haben.
Durch die Griechen entstand die abendländische wissenschaftliche Medizin. Der bekannteste war " Hippokrates ".
Hippokrates
Eine alte Schriftensammlung wurde nach ihm benannt, der " Corpues Hippocratikum ".
Ein ausführliches europäisches Heilpflanzenbuch stammt von dem griechischen Arzt" Dioskurides" um 60 n. Chr.
" Ora et labora"
Nach dem im 6. bis 8. Jhd. die sogenannten Pestwellen wüteten, brach die antike Hochkultur im Mittelmeerraum fast komplett zusammen.
Aber ein Mönch namens“ Benedikt von Nursia" konnte noch sein Lebenswerk vollenden. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, in einem Dutzend Klöstern, auf die Einhaltung von Regeln, Wissen und Ordensregeln zu achten.
Benedikt von Nursia
Er brachte die einfachen Regeln im klösterlichen Bereich "Ora et labora"
Das wichtigste war ihm die Versorgung von Kranken.
Benediktinerorden
Ums Jahr 530 gründete er das erste Mutterkloster des Benediktinerordens.
Er wollte, dass die Sorge um die Kranken über allem anderen Pflichten stehen sollte.
Benedikts Anweisung machte den Weg frei zur Entstehung der" Klosterheilkunde".
Die Entstehung der Klostergärten begann in Italien. Im 8 und 9 Jhd. gelangten ihre Kenntnisse in die Regionen nördlich der Alpen.
Sie brachten auch einige mediterrane Pflanzen mit.
Beispiele:
Salbei (lat. salvia) oder Kamille (lat. chamomille) weisen auf ihre Abstammung hin.
Plan eines idealen Klostergartens.
Salbei
Kamille
Etwa um 830 entstand (wahrscheinlich auf der Klosterinsel Reichenau), ein Plan wie ein perfekter Garten angelegt werden sollte.
Reichenau
Nutzgarten
und Kräutergarten sollte getrennt sein. Der Kräutergarten sollte direkt
hinter dem Spital liegen. Der Obstbaumgarten sollte als letzte
Ruhestätte dienen. Der Arzneimittelgarten mit 16 verschiedenen Heilpflanzen war in rechteckigen länglichen Beeten angelegt.
Reichenau Klostergarten
Später wurden zusätzlich die Beete für verschiedene Erkrankungen angelegt, z. B. bei Atemwegserkrankungen oder Verdauungsproblemen. Die Gärten dienten den Mönchen auch zur Meditation und zur Erholung.
Es gab auch schon Bücher über den Klostergartenbau. Das bekannteste war " HORTULUS", es galt als Meisterwerk.
Hortulus
Geschrieben hat es " WALAHFRID STRABO" geb. etwa um 808/809. Er war Mönch des Klosters Reichenau.
Später schickte man ihn nach Fulda, eine europäische Eliteschule des frühen Mittelalters. Im Jahre 849 wurde er Abt in Reichenau. Er schrieb immer wieder über die therapeutische Nutzung, aber auch über die Schönheit der Pflanzen.
Benediktiner
Erst in der zweiten Hälfte des 11 Jhd. lässt sich wieder
ein neues Buch der Klosterheilkunde finden. Geschrieben hat es der
Benediktinermönch " Odo Magdunensis". Dieses Buch beschreibt die Heilwirkung von über 80 Pflanzen.
Es wurde schon damals in verschiedenen Sprachen übersetzt. Das " MACER" beschreibt jede Pflanze in einem eigenen Kapitel. Es erklärte erstmals die Zusammenhänge von Krankheit und Gesundung.
Es bedeutet das Gleichgewicht der vier „Körpersäfte“.
Später wurden auch Klosterspitäler gebaut. Sie dienten in erster Linie der Rekonvaleszenz.
In einer fast reinen Männerdomäne sorgte aber eine Frau für neue Impulse. Es war die kluge "Hildegard von Bingen". Sie lebten von 1098 bis 1179. Sie war Äbtissin der Klöster Disibodenberg und Rupertsberg.
Sie schrieb einige Werke. Die "Physica" und die " Causae et curae".
In der Physica beschrieb sie Heilpflanzen in über 200 Kapiteln und erstmals in volkstümlichen Bezeichnungen.
Das Orginal Buch Physica
Durch die medizinische Hochschulen verloren die Klöster allmälich ihre Vormachtsstellung.
Im 13 und 14 Jhd. gaben die Klöster ihre medizinische Versorgungen auf. Sie waren den neuen Krankheiten nicht gewachsen, z. B. „Die Pest".
Durch Überbevölkerung wurden Infektionen und Krankheiten immer dramatischer. Europa verlor ein Drittel ihrer Bevölkerung.
Pest Doktor
Im 15 Jhd. gab es einen Boom der Kräuterbücher. Durch die Erfindung des Buchdrucks.
In
der Barockzeit erreichte die Klosterkultur einen weiteren Höhepunkt.
Auch in der sogenannten Neuen Welt (Amerika) entstanden große Anbauflächen mit Heilpflanzen. Klosterapotheken florierten. Noch im 18 Jhd. versorgten die Mönche die gesamte Umgebung ihres Klosters. Durch die "Säkularisierung" im Jahre 1803 endete die medizinische Versorgung durch die Klöster.
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