🍀Der Kohl und seine Heilkräfte
🍀Der Kohl und seine Heilkräfte
Kohl steckt voller Vitamine und
soll gegen verschiedene Krankheiten helfen. Die Volksmedizin wusste das
schon lange. Inzwischen attestieren aber auch Wissenschaftler dem
Gemüse eine heilende Wirkung.
Kohl als Allheilmittel der Antike
Im
antiken Griechenland und in Rom setzten die Menschen Kohl ein, um etwa
Unterleibsschmerzen von Frauen zu lindern. Der römische Staatsmann Cato
der Ältere beschrieb das Gewächs schon vor 2000 Jahren als
Allheilmittel.
Angeblich aß Aristoteles das Gemüse, um dem Kater
entgegenzuwirken, wenn er zu viel getrunken hatte. Und der
Kirchengelehrte und Heilkundige Albertus Magnus stellte fest, dass Kohl
bei Geschwüren und Gicht half. Zudem setzte man das Gemüse ein, um Haut
und Blut zu reinigen.
Viele Vitamine und Kalzium
Kohl
enthält eine Vielzahl an Vitaminen, die der Körper eines Menschen
braucht. In 100 Gramm Weißkohl steckt die gleiche Menge Vitamin C wie in
einem Glas Orangensaft. Wer 250 Gramm des Gemüses isst, hat seinen
Tagesbedarf gedeckt. Noch mehr Vitamin C als Weißkohl liefern Brokkoli
und Rosenkohl.
Die Vitamine A, B, E und K finden
sich ebenso im Kohl wieder wie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen und
Magnesium. Wer Eisen zu sich nehmen will, braucht dafür also nicht
unbedingt Fleisch zu essen. Er kann auch zu Kohl greifen.
Das Gemüse soll Krebs vorbeugen
In Kohl sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die vor Krebs schützen sollen. Dazu gehören die sogenannten Glukosinolate. Diese sollen die Kohlpflanzen eigentlich vor Fressfeinden, Bakterien oder Pilzen schützen.
Im
menschlichen Körper haben diese natürlichen Giftstoffe eine
krebshemmende Wirkung. Sie sollen zudem bei
Magenschleimhautentzündungen, Sodbrennen und Entzündungen der
Speiseröhre helfen.
Gutes für den Darm
Kohlgemüse
beugt Krankheiten nicht nur vor, sondern kann diese auch lindern. Das
fanden Forscher an der John-Hopkins-Universität in Baltimore heraus. Sie
setzten Brokkoli bei Patienten mit dauerhaft verengten Bronchien und
Lungen-Emphysemen ein. Der Stoff Sulforaphan bremste den Abbau eines wichtigen Enzyms im Körper der Patienten. Die Symptome ließen nach.
Auch Darmbeschwerden kann Kohl lindern. Vor allem Kohlsaft enthält eine große Menge eines bestimmten Eiweißbausteins (Methylmethionin). Dieser kann Magen und Darm vor Geschwüren schützen.
Runter mit dem Cholesterin
Alle
Kohlarten enthalten viele Ballaststoffe, die für eine gesunde Ernährung
empfohlen werden. Allerdings haben sie beim Kohl oft übelriechende
Nebenwirkungen: Auf seinem Weg durch den Verdauungsapparat haftet
Kohlgemüse lange an den Darmwänden, die Ballaststoffe nehmen unterwegs
Schadstoffe und Gifte mit.
Im Dickdarm werden die Ballaststoffe dann von Bakterien zerlegt, wobei sich die gefürchteten Gase bilden.
Kohlwickel gegen Entzündungen
Seine Heilkraft soll Kohl nicht nur im Körper entfalten. Früher wandten die Menschen Kohlwickel
an, um die Symptome von Halsentzündungen und anderen Infektionen zu
lindern. Dafür wuschen sie die Kohlblätter, befreiten sie vom Stamm und
walzten sie, bis der Saft austrat.
Dann legten sie die Blätter
auf die Stelle, die entzündet war und schmerzte. Bis ins 19. Jahrhundert
fand diese Methode zur Behandlung von Wunden Anwendung.
Naturheilkundler setzen sie noch heute gegen Schmerzen der Gelenke ein.
Kohl
ist ein Tausendsassa in Küche und Naturheilmedizin. Viele Wirkungen,
die in der Volksmedizin schon lange bekannt sind, werden erst heute
wissenschaftlich erforscht und nachgewiesen. Doch mag die Heilkraft der
Kohlpflanzen noch so erstaunlich und vielfältig sein: Bei ernsten
Erkrankungen ersetzen sie keinesfalls den Arzt.


















Kommentare
Kommentar veröffentlichen