🍄Einige Heilpilze für euch zusammengestellt🍄

 🍄Einige Heilpilze für euch zusammengestellt🍄

 


 

Was sind Heilpilze?

Heilpilze (auch medizinische Pilze, Vitalpilze) sind Pilze, denen gesundheitliche Wirkungen nachgesagt werden und die wissenschaftlich gut untersucht sind.

 


Es gibt über 1,5 Millionen Pilze auf der Erde, von denen 100.000 zu den Großpilzen gehören. Einige Tausend davon sind essbar. Aber hinsichtlich ihrer Wirkungen und gemäß Erfahrungen aus Volks- und Naturheilkunde gibt es eine Handvoll Pilze, die hervorstechen. Ihnen werden interessante Wirkungen nachgesagt, die jetzt nach und nach wissenschaftliche Bestätigung erfahren.

 


Die hier aufgeführten Pilze sind hauptsächlich aus der sibirischen, chinesischen und japanischen Naturheilkunde bekannt. Sie wachsen jedoch alle (mit Ausnahme des Cordyceps, Mandelpilz und Shiitake) auch in deutschen Wäldern – heißen hier aber anders.
Vitalpilze für die Gesundheit – die Vorteile.

 

Therapeutisch gesehen enthalten Pilze eine Vielzahl an Inhaltsstoffen mit enormen Wirkungen auf unsere Gesundheit. 40 % aller pharmazeutischen Wirkstoffe stammen aus Pilzen – unter den bekanntesten Klassen der Antibiotika, Immunsuppressiva und Statine.

 

Studien zeigen das enorme Potenzial von Pilzen bei der Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen. Bei Krebs sind die Ergebnisse am eindrücklichsten:

Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2009 konnte gezeigt werden, dass Frauen, die im Schnitt 4 Gramm getrocknete Pilze (40 g Frischgewicht) am Tag essen, ein um 60 % gesenktes Brustkrebsrisiko aufweisen.
Dutzende Studien in der komplementären Krebstherapie zeigen, dass Pilzextrakte aus Maitake, Shiitake, Reishi und Schmetterlingstramete das Ansprechen auf die Chemotherapie erhöhen, Nebenwirkungen um bis zu 80 % reduzieren, die Lebensqualität verbessern, antitumoral wirken und die Überlebenschance um bis zu 45 % (!) erhöhen.


Heilpilze haben viele Vorteile für die Gesundheit, die wissenschaftlich immer besser erforscht werden. Diese sind am bekanntesten:

Pilze stärken durch ihren hohen Gehalt an ß-1,3-1,6-Glucan das Immunsystem, wirken antiviral, antibakteriell und schützen nachhaltig vor wiederkehrenden Infekten.
Triterpene (sozusagen die ätherischen Öle der Pilze) wirken stark entzündungs- und schmerzlindernd.

 


Einige Heilpilze sind gute Tonika (Stärkungen) für Leber, Darm und Niere und unterstützen die Autophagie. Die Entgiftung des Körpers wird dadurch gefördert.
Das zentrale Nervensystem wird durch Reishi, Hericium und Cordyceps beruhigt und gleichzeitig neue Nervenzellen gebildet: Triterpene aus dem Hericium erhöhen die körpereigene Produktion von BDNF.

 

                                                                     Chaga

Der Schlaf wird gefördert – je nach Pilz die Einschlafdauer, die REM- oder die Tiefschlafphase. Hier sind besonders Reishi und Chaga zu nennen.
Sie senken den Blutdruck und erhöhte Blutzuckerspiegel.
Senken einen erhöhten Cholesterinspiegel (dank der enthaltenen ß-Glukane und natürlichen Statine).



                                                                    Cordyceps

 

Einige Pilze (v.a. Cordyceps) energetisieren: Sie unterstützen Schilddrüse und Nebenniere und die Energiegewinnung in den Mitochondrien.

Jeder Pilz hat seine Eigenheiten und einzigartige Möglichkeiten, ihn zu nutzen. Dies klären wir gleich in der Vitalpilz-Übersicht.

 


Inhaltsstoffe von Heilpilzen im Überblick

Reden wir kurz über die Inhaltsstoffe von Vitalpilzen.

Was allen Pilzen gemein ist, sind einige Spurenelemente und Mineralstoffe (wie z.B. Kalium, das den Blutdruck senkt) und Ballaststoffe aus der Klasse der ß-Glukane.


 

ß-Glukane (genauer gesagt ß-1,3-1,6-Glukane) sind verzweigte Ballaststoffe, die zu etwa 30-50 % in den Körper aufgenommen werden. Sie wirken an vielen Stellen im Körper antioxidativ, antibakteriell, können ähnlich wie ein Kleister Löcher schließen und eignen sich daher gut im Fall von Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und chronischen Infektionen.
ß-Glukane wirken auf diese Weise, weil sie in geringer Stärke das Immunsystem stimulieren (via Toll-Like-Rezeptoren), was eine sehr starke entzündungshemmende Reaktion des Körpers zur Folge hat.

 


 

Triterpene – die ätherischen Öle der Pilze. Sie finden sich in allen Heilpilzen, wobei der Reishi wahrscheinlich am meisten enthält. Triterpene sind Signal-, Boten- und Abwehrstoffe in den Pilzen und zeigen verschiedene Wirkungen im menschlichen Körper: Sie wirken ebenfalls entzündungshemmend, sind starke Antioxidanzien, stärken die Immunabwehr und ergänzen sich sehr gut mit den ß-Glukanen.

 

                                                                   Schmetterlingstramete


Glykoproteine und Lektine sind in einigen Pilzen wie der Schmetterlingstramete reichlich vorhanden und zählen zu den stärksten Immunmodulatoren in der freien Natur.
Statine sind ebenfalls in einigen Pilzen enthalten – sie hemmen eine übermäßige Cholesterinbildung. Was jedoch nicht mit isolierten Medikamenten vergleichbar ist.
Eritadenin ist ein natürlicher Blutgerinnungshemmer und wertvoll bei wiederkehrenden Blutgerinnungen. Außerdem kann es den Blutdruck senken. 

 

 

Historisches zu Vitalpilzen

Schon Ötzi, die Gletschermumie vom Ötztal, wurde mit dem Birkenporling (gegen Gastritis) und Zunderschwamm (Wundversorgung und zum Feuer machen) in der Tasche gefunden. Bereits in der Jungsteinzeit (Ötzi lebte um 3200 v.Chr.), wahrscheinlich seit Anbeginn der Menschheit, haben Menschen die Heilkräfte von Pilzen genutzt.

 


In der traditionellen chinesischen Medizin sind Reishi, Shiitake & Co. seit einigen tausend Jahren in der Anwendung. Erste Aufzeichnungen über den Reishi gehen bis in das Jahr 2.000 v. Chr. zurück; der erste gezielte Anbau von Shiitake war um 300 v. Chr.

 


Bis ins Mittelalter waren auch bei uns Pilze in der Naturheilkunde sehr etabliert. Leider wurden im Zuge der Inquisition gezielt Frauen, die sich mit der therapeutischen Anwendung von Vitalpilzen am besten auskannten, systematisch verfolgt. Mit ihnen ging auch das Wissen um Pilze in Europa weitestgehend verloren. Die Medizin prägten fortan die Klöster – da Pilze damals in Europa noch nicht kultiviert werden konnte, spielten sie hier keine Rolle mehr.


 

Vitalpilze aus Sibirien

Weitere Heilpilze stammen aus Sibirien. Aus der Tundra und Taiga Russlands und Skandinaviens. Dort werden noch viele dieser Pilze, zum Beispiel Chaga und Eichhase (auch in Finnland zu finden), durch Wildsammlung geerntet, verarbeitet und anschließend verkauft. Besonders in der komplementären Krebstherapie kommen diese Pilze zum Einsatz. 

                                                                            Eichhase

Überblick über Vitalpilze und ihre Wirkungen:

Im Folgenden erhältst Du einen Überblick über die neun bekanntesten und wichtigsten Heilpilze. Wie werden sie bezeichnet? Wie sehen sie aus? Und welche Wirkungen können sie entfalten?

Reishi/Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum)
getrockneter Reishi mit Stiel

Wahrhaft königlich: Der Reishi ist nicht nur gesund, sondern auch fotogen.

 

  

Reishi wird als „Pilz der Langlebigkeit“ und „Pilz der Hundertjährigen“ gefeiert. Er wirkt altersbedingten Erkrankungen und Entzündungen aller Art entgegen und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus:

 


 

stark antioxidativ (bekämpft oxidativen Stress)
schützt Nervenzellen und stimuliert Neuritenwachstum
senkt den Blutzucker
senkt hohe Cholesterinspiegel
wirkt sich positiv auf chronische Entzündungen im Körper aus
reduziert chronischen Stress auf die Nebenniere
unterstützt die Leberentgiftung
wirkt beruhigend
erzielt potenziell gute Wirkungen zusammen mit Cordyceps und Löwenmähne (Hericium)



Chaga/Schiefer Schillerporling
getrocknete Chaga Brocken auf weißem Hintergrund



Getrockneter Chaga Pilz. Daraus lässt sich einwandfreier Tee brühen, der wie schwarzer Tee schmeckt.

Chaga ist sozusagen das russische Pendant zu Reishi – ein russisches „Anti-Aging-Mittel“ und altbewährt:

in der russischen Volksmedizin als Anti-Krebs-Mittel verbreitet
reduziert chronische Entzündungen (Ursache vieler Stoffwechselerkrankungen)
Unterstützung bei Pankreatitis
beruhigt die Darmflora
verhindert in Mausstudien Gewichtszunahme und Fettleber
starkes Antioxidans (eines der Lebensmittel mit dem höchsten ORAC-Wert)
verbessert das Körpergefühl (Wohlbefinden) des Anwenders
wirkt anregend, obwohl koffeinfrei



Raupenpilz (Cordyceps sinensis)
getrockneter Raupenpilz (Cordyceps sinensis) vor weißem Hintergrund

 

Cordyceps sinensis wird nicht (wie in der Natur) mit Raupen gezüchtet, sondern im Labor unter kontrollierten Bedingungen.

In der Natur ist Cordyceps – auch bekannt als Raupenpilz – ein Pilz, der Raupenlarven befällt. Er frisst sich anschließend durch die Raupe und verbreitet sich letztendlich durch Sporenbildung. In Tibet wird Cordyceps auch als Zahlungsmittel akzeptiert und ist so wertvoll wie Gold.

Cordyceps, der für Nahrungszwecke angebaut wird, wird jedoch nicht in Raupen gezüchtet, sondern in Bioreaktoren. Das macht die Sache gleich viel erträglicher, oder?

Der Raupenpilz gilt als „Pilz für mehr Energie“ und unterstützt die Energiegewinnung sowie Schilddrüse und Nebenniere. Außerdem:


 

hilft gegen nächtliches Schwitzen
senkt hohen Blutzucker
reduziert schlechtes Cholesterin (LDL), erhöht das gute Cholesterin (HDL)
senkt hohe Blutfettwerte
hilfreich bei Atemwegserkrankungen wie Asthma
hilft bei Nierenproblemen
verbessert Herz-Rhythmus-Probleme
beugt Blutgerinnseln vor
wirkt positiv auf die Leber und gegen Hepatitis
antibakteriell
senkt Entzündungen im Körper
steigert Durchblutung im Körper
verbessert kognitive Fähigkeiten (nootropisch)
gut bei chronischer Erschöpfung und chronischer Müdigkeit
fördert die Libido und erhöht den Testosteronspiegel



Löwenmähne/Igelstachelbart (Hericium erinaceus)
getrocknete Löwenmähne (Hericium) auf weißem Hintergrund



Getrocknete Löwenmähne – ein ausgezeichneter Speisepilz.

Dieser sehr interessant aussehende Pilz – der Hericium – sieht tatsächlich aus wie eine Löwenmähne und ist der heimliche Star unter den Vitalpilzen:

 



hilft gegen Magengeschwüre/Gastritis und Demenzerkrankungen
in Mausstudien hilfreich gegen Depressionen und Angstzustände – könnte auch in Zukunft bei Menschen Anwendung finden
hilft bei Leberschäden durch Alkoholeinwirkung
schützt die Magenschleimhaut vor Magensäure oder Krankheitserregern
reduziert systemische Entzündungen im Körper und beugt auch chronischen Erkrankungen vor
verbessert die Kommunikation der Immunzellen im Darm und kann das Immunsystem stärken, damit es flexibler auf Krankheitserreger reagiert
erhöht die Bildung neuer Nervenzellen (über eine Erhöhung von BDNF)
könnte Alzheimer vorbeugen
erhöht Fokus und Konzentration
erhöht die Myelin-Bildung in Nervenbahnen, was bei Multipler Sklerose sehr hilfreich ist.




Shiitake/Chinesischer Champignon (Lentinula edodes)
Frische Shiitake Heilpilze auf weißem Hintergrund

 

 

Getrockneter Shiitake („König der Heilpilze“), neben Champignons der am meisten gezüchtete und verspeiste Pilz der Welt.

Der Shiitake ist der in Asien am häufigsten verzehrte Speisepilz und findet auch bei uns zunehmend Anwendung. In der traditionellen chinesischen Medizin ist er ein wichtiger Heilpilz und wird besonders bei tumoralen und metabolischen Erkrankungen eingesetzt:


sehr reich an ß-Glucan, wirkt potenziell gegen Viren und Krebszellen
blutdrucksenkend
kann Blutfett und Cholesterin senken
wirkt gegen Fettleber
unterstützend beim Gewichtsverlust (s. schnell abnehmen)
findet in Asien Anwendung bei: Kopfschmerzen, Arteriosklerose, Fettleber
erhöht Ansprechen auf Chemo- und Strahlentherapie bei Krebs.



Maitake/Klapperschwamm (Grifola frondosa)
frischer Maitake Fruchtkörper auf weißem Hintergrund

 

 

Maitake – der „tanzende Pilz“ – ist auch ein sehr köstlicher Speisepilz und erinnert an Artischocke.

Der Maitake ergänzt sich hinsichtlich seiner Wirkungen sehr gut mit dem Shiitake und hat seine Schwerpunkte überwiegend bei Immunsystem und Stoffwechsel:

Unterstützt ein gesundes Immunsystem
erhöht den Energieverbrauch und kann beim Abnehmen eingesetzt werden
wirkt entzündungshemmend
wirkt auch gegen Fettleber (Fettleber ist gerade in westlichen Staaten ein großes gesundheitliches Problem, das erwiesenermaßen zum Metabolischen Syndrom und zur Fettleibigkeit beitragen kann.)

                                                                             Maitake

 

dem Ballaststoff ß-Glucan wird durch Stimulation des Immunsystems eine antitumorale und antivirale Wirkung nachgesagt
senkt Cholesterin- und Blutzuckerspiegel
senkt Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Krebs
erhöht das Chi des Menschen (Lebenskraft), weswegen dieser Pilz auch in der chinesischen Medizin sehr beliebt ist.

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