☕Heilkräuter im Mittelalter🌸

☕Heilkräuter im Mittelalter🌸
Heute berichte ich mal über das Thema Heilkräuter im Mittelalter.

 

 

Das Mittelalter war ein Zeitabschnitt, der vorwiegend in Europa als „dunkel Zeit“ beschrieben wird. Doch es gibt auch viele wichtige Erkenntnisse aus dieser Zeit. Dies ist unter anderem das vielfältige Wissen der Verwendung von heilenden Pflanzen. Auch wenn die Heilpflanzen lange Zeit in Vergessenheit gerieten, erleben sie derzeit wieder ein Comeback der besonderen Art.

 

 

Schon die Mönche im Mittelalter wussten die heilende Wirkung vieler Pflanzen zu schätzen. Einige Kräuter sind noch heute ein Muss im Kräutergarten, andere haben es verdient wiederentdeckt zu werden.
 


Im Mittelalter spielten Pflanzen mit heilenden Wirkstoffen eine wichtige Rolle. Viele Arten wuchsen wild in der Natur und waren so auch für die arme Bevölkerung zugänglich. Zentren der Naturheilkunde waren Klöster. In den Klostergärten wurden verschiedene Pflanzen und Heilkräuter angebaut, deren Nutzung teilweise bis in die Antike zurückgeht. 

 


Die Mönche experimentierten weiter, studierten die Pflanzen und neue Erkenntnisse über Inhaltsstoffe und heilende Wirkung wurden niedergeschrieben. Viele der Heilpflanzen wachsen auch heute noch im Kräutergarten, andere sind in Vergessenheit geraten oder erleben gerade ein Comeback.

 

 

Die Klostermedizin im Mittelalter

 

 

Heilkräuter
 

 


Das Wissen zur Heilkunst wie auch zur Krankenpflege war im Mittelalter fast ausschließliche in Klöstern zugänglich. Dies lag hauptsächlich daran, dass nur Mönche und Nonnen lesen und schreiben konnten und so auch die Bücher und das Wissen von diesen überliefert werden konnte. Der Schwerpunkt der Klostermedizin lag bei Heilpflanzen und der Klosterarzt war nicht nur Wundarzt, sondern auch Apotheker. 

 

 

Doch im Laufe der Jahre wurden immer mehr Spezialisten für die einzelnen Aufgaben ausgebildet, sodass der Medicus ab dem 10./11. Jahrhundert als Physicus bezeichnet wurde. Der Klostergarten hingegen wurde vom kräuterkundigen Herbarius betreut, dem dem Pigmentarius, dem Klosterapotheker zuarbeitete.

 


Im 11. Jahrhundert wurde das medizinische Wissen in Europa durch die arabischsprachige Heilkunde erweitert. Leider wurde die Klostermedizin dann im 12. und 13. Jahrhundert von der Kirche unterbunden. 

 

 

Die Geistlichen durften weder Blut sehen noch operieren und das medizinische Wissen verlagerte sich nach und nach an die Hochschulen, die zu dieser Zeit aufkamen.
 

 

 

Hildegard von Bingen
 

 


Hildegard von Bingen (1098 – 1179) kam schon als Kind in ein Benediktinerfrauenkloster, dem Jutta von Sponheim vorstand. Nach ihrem Tod übernahm Hildegard die Leitung und gründete 1136 ihr eigenes Kloster bei Bingen. Hildegard von Bingen hinterließ nach ihrem Tod nicht nur die legendären Visionsbücher, sondern auch zahlreiche Schriften zur Naturkunde und Medizin.

 

 

Diese Pflanzen waren unter den besten Heilkräuter im Mittelalter

 


Es gibt unzählige Heilpflanzen aus dem Mittelalter, die noch heute, vor allem von den Senioren, verwendet werden. Denn gerade diese Altersgruppe hat von den Großeltern und Eltern das Wissen für verschiedene Heilpflanzen übermittelt bekommen. 

 

 

Fragt man heut die Großeltern nach einer Heilpflanze, die bei Husten hilft, wird sofort Thymian, Salbei oder Eibisch genannt. Und genau aus diesem Grund sollte jeder viel öfter auf die älteren Menschen hören. Denn es ist fast für jede Beschwerde ein Kraut gewachsen.

 

 

Die bestender Heilpflanzen des Mittelalters sind:

 


 

 

-Baldrian wirkt schlaffördernd und appetithemmend
 

 

 

 

 

-Beinwell für äußerliche Umschläge optimal geeignet
 


 

-Benediktenkraut eignet sich für Bittertees und zur Stärkung
 

 

 

 

-Borretsch hat eine blutreinigende Wirkung
 


 

 

-Fenchel hat einen positiven Effekt für die Verdauungsorgane
 


 

-Frauenmantel vor allem die Gutationstropfen/Tautropfen wurden als „Himmlisches Wasser“ geschätzt. Außerdem wirkt Frauenmantel entzündungshemmend.
 


 


-Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend und ist gut für die Seele
 


 

 

-Knoblauch hat eine antiseptische und blutdrucksenkende Wirkung
 


 

-Ringelblume ist für die Wundheilung als Salbe hervorragend geeignet
 


 

-Salbei galt als Allheilmittel für vielerlei Beschwerden.


Diese Heilkräuter aus dem Mittelalter sind mit Vorsicht zu genießen

 

 

Natürlich gibt es auch Heilpflanzen, die mit Vorsicht zu genießen sind. Denn auch bei Kräutern gilt, dass die Dosis das Gift macht. In Pflanzen sind nicht immer nur positive Inhaltsstoffe vorhanden. Auch Substanzen, die negativ auf den Körper wirken, sind in Heilpflanzen vorhanden. Sie können unter anderem die Leber schädigen, weshalb sie beispielsweise nur zur äußerlichen Anwendung geeignet sind. 

 

 

Auch wenn einige Pflanzen mittlerweile so gezüchtet werden, dass sie frei von den sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden sind, wird es noch dauern, bis sie auch innerlich verwendet werden können. Aus diesem Grund sollte folgende Heilpflanzen nur mit besonderer Vorsicht genutzt werden:

 


 

 

-Beinwell

 

-Borretsch
 


-Huflattich
 

 


 

-Pestwurz
 


 

-Wasserdost

 


 

Beinwell

 

 

Heilkraut Beinwell
Beinwell
war im Mittelalter eines der wirksamsten und stärksten Heilkräuter schlechthin. Paracelsus hat den Verwandten des Borretschs ausgezeichnete Erfolge bei Knochenbrüchen und Wunden erzielt. Allerdings stehen Beinwell und Borretsch auch im Verdacht, die Leber zu schädigen.


 


Heilkraut Borretsch
Borretsch
hingegen war in dieser Zeit ein wichtiges Mittel gegen Fieber und zur Reinigung der Leber. Auch bei Husten soll Borretsch wahre Wunder bewirkt haben. In Kombination mit Honig war die Heilpflanze ein hervorragendes Mundwasser und auch bei roten Augen wurde Borretschwasser damals empfohlen. Allerdings enthält die Heilpflanze Alkaloide, die die Leber schädigen, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Daher sollte Borretsch nur noch zur äußerlichen Anwendung genutzt werden.




Heilkraut Huflattich

Huflattich war das Heilmittel Nummer eins bei Bronchitis, Husten, Heiserkeit und Erkältungen im Allgemeinen. Die Übersetzung des botanischen Namens bedeutet „Ich vertreibe den Husten“. Plinius hingegen war davon überzeugt, dass Huflattich besonders hilfreich ist, wenn er geraucht wird. Daher kommt wohl auch der veraltete Name „Tabakkraut“. Allerdings wird natürlich heute davon abgeraten, da Rauchen bei Husten nicht gerade die beste Heilmethode ist. Durch die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte Huflattich auch nicht länger als einen Monat eingenommen werden, um Leberschäden zu vermeiden. Trotz der Alkaloide wurde Huflattich im Jahr 1994 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
 

 

Pestwurz

 

Heilkraut Pestwurz
Wie der Name schon sagt, wurde Pestwurz bei Pest eingesetzt. Die Wurzel hat eine schweißtreibende Wirkung hat, sollte im Mittelalter die Krankheit durch eine Schwitzkur vertreiben. Allerdings war dies nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Allerdings hat Pestwurz auch den Ruf, einen schmerzlindernden Effekt zu haben. Zudem hat Pestwurz einen harntreibenden Effekt und soll wundheilend und haut reinigend sein. Auch Fallsucht wurde damit behandelt. Durch die Pyrrolizidinalkaloide ist aber auch diese Heilpflanze aus dem Mittelalter mit Vorsicht zu genießen.

 


 

Wasserdost

Heilkraut Wasserdost
Der Wasserdost wurde in Kräuterbüchern des Mittelalters als Tee zur Blutreinigung angewendet. Des Weiteren sollte der Tee leberstärkend und gallentreibend wirken. Davon ist man aber abgekommen, da auch hier Pyrrolizidinalkaloide enthalten sind, die die Leber eher schädigen als stärken. Doch nicht nur als Heilpflanze wurde der Wasserdost verwendet. Die frischen Blätter wurden auf angeschnittenes Brot gelegt, um Schimmel zu vermeiden. Zudem wurden Felle und Pelze mit dem Wasserdostsaft eingerieben, um Motten fernzuhalten.

 

 

Die Pflanzenheilkunde aus dem Mittelalter hat aber nicht nur gefährliche Seiten. Die Vorteile und positiven Wirkungen überwiegen deutlich. Dennoch sollte natürlich jede Erkrankung mit dem Arzt Ihres Vertrauens abgeklärt werden. 


 

Als zusätzliche Therapie oder bei kleinen Beschwerden sind Heilkräuter aber immer eine Bereicherung, weshalb sie im Garten oder auf dem Balkon nicht fehlen dürfen. Außerdem sollten wir viel öfter auf das Wissen unserer Großeltern vertrauen.

 


 

 

 

 

 

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